[Kings of War] allgemeiner Thread

  • Am gestrigen Mittwoch kam die 2nd Edition von Kings of War bei mir an. Ich habe mir das Buch auf Englisch vorbestellt und wartete schon einige Wochen auf die Lieferung, nun war sie endlich da. Offiziell erscheinen wird das Regelwerk am kommenden Samstag.


    Kings of War ist das Massen-Tabletop im Fantasybereich von Mantic und wird von einigen Spielern als der "offizielle Nachfolger" von WHFB gesehen. Grund genug für mich, mir das Spiel näher anzusehen.


    Das Buch ist von allerbesert Qualität, 208 Seiten volllfarbig in einem Hardcover. Die Binung erscheint mir sehr solide.Fotos und Illustrationen sind ebenfalls auf GW-Niveau. Zu Beginn wird man in die Welt von "Mantica" eingeführt, incl. Geschichte der Welt und den einzelnen Reichen. Danach kommt eine ca. 30-seitige Regelsektion, die mir in den Grundzügen schon von den kostenlosen pdfs auf der Mantic-Webseite bekannt waren. Danach gibt es noch Regelungen zu Armeeaufstellung, Szenarien und 11 ausführliche Armeelisten mit den gängigsten Fantasy-Völkern (Elfen, Zwerge, Orks, Untote, Menschen, Dämonen, etc.)


    Mein Fazit: die Regeln sind sehr einfach, aber klingen auch sehr elegant und versprechen schnelle und schnörkellose Schlachten. Ich würde das Spiel unbedingt gerne mal ausprobieren und stehe für Einführungs- und Testspiele zur Verfügung.



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  • @PumpkinBrother : es gibt die Basileans, das sind geflügelte Paladine. Stormcast Eternals würden super passen, um die darzustellen. Allerdings muss ich betonen: Basileans gibt es schon länger als Stormcast Eternals! :nafl-frech:


    Für die menschlichen Listen gibt es die "Kingdoms of Men", die kannst du für alles hernehmen. Mit dieser Liste ist es sowohl möglich, Bretonen als auch das Imperium zu spielen. Du hättest kein Problem, damit auch eine absolut stimmige Truppe aus griechischen Hopliten oder normannischen Kriegern aufzustellen.


    Das liegt daran, dass die Listen wesentlich generischer sind und weniger Sonderregeln für die einzelnen Truppen enthalten. Du hast Speeträger, Bogenschützen, dein Trebuchet, Ritter und Pegasusreiter. Aber eben keine Quest-, Königs- und Gralsritter.


    Die Einheiten unterscheiden sich stark in ihren Werten, es gibt Einheiten mit viel Attacken, Einheiten, die gut treffen, Einheiten, die schwer gepanzert sind. Aber es gibt nicht so Übereinheiten wie bei Warhammer.


    Wem das Ganze zu generisch ist, der kann sich mit magischen Gegenständen (jede Einheit darf 1 Gegenstand kaufen, wobei Charaktermodelle auch als Einheiten zählen) seine Einheiten personalisieren. Wenn ich also will, dass die Gralsritter besser sind als die Königsritter, dann gebe ich denen eine coole Sonderregel durch einen magischen Gegenstand.



    @Zombie : Die Dämonen (oder "Abyssals") sind kleine Teufelchen mit Hörnern, Hufen, etc. Hier wären die Khorne Dämonen die Entsprechung bei GW. Allerdings hat Mantic auch serh schöne Modelle für die Abyssals im Angebot. Wenn du stattdessen GW Nurgle-Dämonen hinstellst, wäre das auch kein Problem.


    Die Spielmechanik versucht sehr wenig, GW zu sein. Die Mechaniken unterscheiden sich in einigen fundamentalen Punkten. Natürlich gibt es Einheiten und man muss Verluste verursachen und wenn der Gegner wegrennt ist es gut, etc., aber einige Mechaniken sind komplett anders:


    - Es gibt keine Modelle, nur Einheiten. Man kann einen 20er Block Krieger auf ein einziges großes Base stellen, das ist bei KoW kein Problem. Das Regiment ist entweder ganz da oder ganz weg.


    - Es gibt keine Lebenspunkte. Eine Einheit hat theoretisch unendlich Lebenspunkte. Nur wird es immer unwahrscheinlicher, dass das Regiment auf dem Spieltisch bleibt, je mehr Schaden es einstecken muss.


    - Wenn ich dran bin, bin ich dran. So lange ich am Zug bin, kann der Gegner nichts tun. Das wird im modernen Spieldesign gemeinhin als Nachteil gesehen, weil es die Downtime des Gegners vergrößert. Du kannst bei KoW nur die Hälfte der Zeit Entscheidungen treffen, die andere Hälfte der Zeit musst du dem Gegner zusehen. Das hat aber bei KoW den Sinn, dass man mit Schachuhr spielen kann, was ausdrücklich empfohlen wird. Eine Schlacht dauert 45 Minuten pro Seite und die Limitierung führt dazu, dass man wie in einer Schlacht manchmal spontan oder intuitiv entscheiden muss und nicht alles durchplanen kann.


    - Alle Regeln sind einfach, schnell, klar. Es gibt wenige Sonderregeln, die Armeekomposition ist nicht so entscheidend, das Gelände hat einen klar definierten Einfluss, etc. Im Endeffekt hat man das Spiel in einer halben Stunde gelernt und verbringt den rest der Zeit damit, zu spielen und den Gegner auf dem Spieltisch durch geschicktes Manövrieren und gute Würfel zu schlagen - und nicht durch die bessere Liste.



    Abgesehen davon weiß Mantic natürlich um die Situation bei Warhammer Fantasy. Deshalb erscheint im November ein weiteres Buch mit Armeelisten, damit man die ganzen Armeen spielen kann, die es bei GW gibt und die noch nicht durch das Grundregelwerk abgedeckt sind (Echsen, Skaven, etc.). Bei offiziellen Turnieren von Mantic darf man übrigens mit allen Modellen antreten, die man auf dem Markt kaufen kann, völlig egal von welchem Anbieter.

  • Die verfolgen eine ähnliche Strategie wie Flames of War. Gutes Rgekwerk, eigene Figuren und ansonsten versuchen sie "auf der Seite der Spieler" zu stehen. Gefällt mir!


    Bin gespannt auf die Regeln, werde sie mir wahrscheinlich auch kaufen...

  • Ich finde das recht schlau was Mantic macht und so massiv in den Markt drückt, den GW ja nichtmehr so bedienen will. Sie müssen nur jetzt etwas langen Atmen haben. Klar rutscht jeder von WHF zu Mantic, wird sich aber erstmal nur das Regelwerk holen und mit seinen vorhanden Minis spielen. Bis es neue Einheiten gibt, die von GW bisher noch nicht existieren, oder Einheiten die GW nichtmehr produziert, erst dann kaufen die Spieler langsam die Minis bei Mantic, so das auch Geld fliesst richtig und nichtmehr an Kickstarter usw. gebunden sind. Bis es soweit ist, muss Mantic dringend an ihrer Qualität und am Material arbeiten.


    Ansonsten hoff ich mal das Mantic durchhält und an sich arbeitet. Qualitativ is noch ne Menge Luft und ich würde es mir wünschen, dass sie dahingehend arbeiten.

  • Ja, war wirklich sehr cool der Abend. Die Kings of War Schlacht hat mir richtig gut gefallen. Leider hat mich der Prince schon aufgeklärt, dass meine bemalten Dunkelelfen für keine größeren Schlachten reichen. Aber auch diese Größe fand ich schon echt cool zu spielen. Und außerdem kann man sich ja auch noch für Multiplayer-Schlachten zusammentun!


    Übrigens noch kleine Korrektur zum Video:
    Die Schatten hätten den Loot Marker nicht als Teil ihrer Vanguard Bewegung aufnehmen dürfen! Allerdings hätten sie das dann sofort im ersten Zug als Teil ihrer Turn Order tun können. Von demher war dieser Fehler nicht wirklich gravierend.

  • Uncharted Empires kann man vorbestellen: http://www.manticgames.com/man…ar-uncharted-empires.html


    Das Buch dient dazu, die Warhammer-Spieler einzufangen und bietet dementsprechend 9 Armeelisten, mit denen man die restlichen Warhammer-Armeen spielen kann, die bisher noch nicht abgedeckt waren. Hier die enthaltenen Armeelisten (und in Klammern meine Anmerkungen, was man damit spielen könnte):


    - The Brotherhood (Bretonnia)
    - Salamander Armies (Lizardman)
    - The Herd (Beasts of Chaos)
    - The League of Rhordia (The Empire)
    - The Trident Realms of Neritica (???)
    - The Empire of Dust (Tomb Kings)
    - Night-Stalker Armies (???)
    - Ratkin Armies (Skaven)
    - Varangur (Warriors of Chaos)

  • Heute ist mein Uncharted Empires angekommen. Ich habe mir die 9 Listen schon grob durchgesehen - es sind ein paar lustige Sachen dabei.


    The Brotherhood ist viel schöner, um Bretonnia darzustellen und The League of Rhordia passt viel besser zum Empire. Das finde ich super, dass man nicht mehr mit der generischen Kingdoms of Men Armee spielen muss. Außerdem werden meine Halblinge ein Comeback erleben!

  • Ich sage, die Starterbox reicht nicht. Um eine der Armeen richtig spielen zu können, brauchst du die Starterbox plus einen jeweiligen Armeedeal.


    KoW ist ein schnelles, abstrahiertes Massensystem für große Armeen und man spielt auch gerne mal mit 100 Modellen pro Seite.


    Was allerdings möglich ist, wenn man die Minis nicht für ein anderes System nutzen will: die Modelle auf Einheitenbases stellen. Da es bei KoW nur die Zustände "komplett da" oder "komplett weg" gibt, brauchen die einzelnen Figuren keine einzelnen Bases.


    Die Regel von Mantic hinsichtlich der Menge an Minis, die auf so ein Base draufmüssen, lautet: die Hälfte der Nenngröße plus 1. Um also ein 20er Regiment darzustellen, brauchst du ein Einheitenbase mit den Maßen 100x80mm, aber nur 11 Minis drauf. So sparst du natürlich ein Menge Figuren.